Archive | January, 2011

White Cliffs

18 Jan

Von Mutawintji fahren wir nach White Cliffs, einer Opalstadt. Es ist jetzt der Montag nach Weihnachten, und wir hoffen, dass nun wenigstens ein paar der Attraktionen besichtigt werden können. Im Outback-Café, welches als Tourist-Info von White Cliffs agiert, erfahren wir, dass tatsächlich das Meiste geöffnet ist.

Dirt Road Mutawintji-White Cliffs

Zwei Hügel stellen die Hauptattraktion von White Cliffs dar, bzw. ihr Inneres. Dieses ist von Minen durchzogen, welche teilweise nun als Wohnungen genutzt werden. So gibt es hier ein unterirdisches Motel, Bed & Breakfast, Foto Galerie (eines deutschen Fotografens) etc.

White Cliffs

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt auch Jock, der Touren durch seine Mine anbietet. Diese ist nahezu im Originalzustand der Jahrhundertwende, er hat lediglich den Aushub beseitigt (die Bergleute haben damals erschöpfte Gänge mit Aushub gefüllt, um diesen nicht ans Tageslicht heben zu müssen), und einen ebenerdigen Zugang sowie Wohnräume geschaffen.
Teile der Mine beherbergen seine Sammlung an altem Kram, darunter auch deutsche Kennzeichen.

Jock's Place


Jock's Place


Jock's Place

Auch das Motel kann besichtigt werden, gegen eine Spende für gute Zwecke.

Underground Motel


Luftbild der Opalfelder


Der Rückweg führt uns wieder durch Wilcannia, wo Spritmangel uns zu einer “Stadtrundfahrt” zwingt. Hier scheinen alle Häuser zugenagelt sein, aber immerhin gibt es noch Benzin.

Wilcannia

Diesmal machen wir die Fahrt nach Broken Hill bei Tageslicht, aber trotzdem sind die Läden bei Ankunft zu. Weil Weihnachten am Wochenende war, werden die Feiertage am Montag und Dienstag nachgeholt, weshalb die Supermärkte früh schließen…

Mutawintji

18 Jan

Am frühen Nachmittag kommen wir im Mutawintji Nationalpark an. Wie erwartet, ist es hier noch heißer als in Broken Hill, trotzdem wagen wir eine Wanderung. Die einzigen anderen Camper, eingebürgerte Franzosen, haben vom Parkranger erfahren dass es am oberen Ende eines trockenen Baches einen Rockpool gibt, in dem man schwimmen können soll.

Improvisierter Sonnenschutz

Mutawintji beherbergt Kulturstätten der Aborigines, der Großteil ist jedoch in einem geschützten Teil des Parks, der nur mit Aborigine Guide betreten werden darf. Es gibt regelmäßige Führungen, aber nicht zwischen den Feiertagen. Einige Felsmalereien befinden sich aber auch auf dem Weg, der uns bergauf durch das Bachbett führt.

Felsmalereien

Am Ende angelangt, werden wir nicht enttäuscht: Zwischen den Felswänden ist Wasser, von Teebäumen rötlich-braun gefärbt. Vor allem die Oberfläche hat sich in der Sonne auf Badewassertemperatur angeheizt, etwas tiefer ist es erfrischend kühl.
Es gibt ein paar Kaulquappen, und Moni entdeckt hier oben sogar Flusskrebse.

Schwimmen im Rockpool

Auf dem Rückweg ist es nicht mehr so heiß, und so machen wir noch einen Umweg, der uns um einen Gipfel führt, von wo aus wir Aussicht über den Park haben. Danach beeilen wir uns, um noch bei Licht zurückzukehren.

Rundumsicht vom Gipfel aus


Gruppenbild

Im Bad entdecke ich die unsere ersten Redbacks. Diese nahen Verwandten der Schwarzen Witwen halten gern in menschlichen Behausungen auf. Im Laufe der Reise werden wir sie von nun an fast überall entdecken, vor allen unter Tischen und Dächern. Ihr Biss ist zwar nicht tödlich, wie gerne übertrieben wird, aber aber sehr schmerzhaft, und die Folgen können eine Weile anhalten. Sie sind aber nicht aggressiv, und beißen nur bei äußerster Bedrängnis. (Die einzig wirklich gefährliche Spinne, die Sydney Funnelweb Spider, gibt es nur in einem kleinen Bereich um Sydney.)

Redbacks. Weibchen in der Mitte, Männchen darüber

Sonnenuntergang über dem Campground

Broken Hill

17 Jan

Am nächsten Morgen melden wir uns an, und buchen auch für die folgende Nacht. Die Stadt selbst finden wir völlig verlassen vor, also besuchen wir die Attraktionen der näheren Umgebung. Silverton, eine frühere Bergbaustadt (1883 gegründet, in 3 Jahren auf 3000 Einwohner gewachsen und bis 1900 wieder größtenteils verlassen), ist DER Drehort für Outback Szenen und hat in vielen australischen Filmen mitgespielt. So gibt es hier selbst ein kleines Mad Max Museum (natürlich zu).

Geisterstadt Broken Hill


Silverton Hotel (zu)


Replica vom Mad Max Auto

Hinter Silverton liegt der Mundi Mundi Lookout, von wo aus man die gesamte Mundi Mundi Plain überschauen kann. Von hier aus ist nur weite Ebene, erst am Horizont erahnt man einige Höhenzüge. Auch hier sind viele Szenen von z.B. Mad Max gedreht worden.

Mundi Mundi Look-Out

Zurück in der Stadt ist wirklich alles geschlossen, nicht einmal unseren nun leeren Tank können wir füllen. Die meisten Geschäfte machen erst am 4. Januar wieder auf. Zu Fuß erkunden wir ein wenig die Stadt, die Hitze treibt uns aber zurück in den Pool auf dem Campingplatz.

Mario's Palace Hotel, Drehort von 'Priscilla' (auch zu)


Broken Hill


Broken Hill

Am nächsten Morgen beheben wir die Probleme am Commodore (das Hitzeproblem lag lediglich an einer durchgebrannten Sicherung des Kühlerlüfters, die praktischerweise im Motorraum ist. Aber da kamen wir ja nicht mehr dran. Der Entriegelungsmechanismus wird auch instandgesetzt, und muss nun nicht mehr mit der Zange betätigt werden.). Nun haben wenigstens die Tankstellen und sogar der Tourist Info auf, dort erfahren wir aber lediglich, dass in Broken Hill erstmal nichts touristisch interessantes geöffnet sein wird. Wir beschließen, diese gastliche Stadt zu verlassen, und Richtung Mutawintji National Park zu fahren. Dort wollen wir übernachten, um am folgenden Tag die Opalstadt White Cliffs zu besuchen. Dieser Weg führt zwar auch wieder über Dirt Road, aber wir können Monica überzeugen es doch noch einmal zu versuchen. So verlassen wir Broken Hill wieder, aber wir werden nach White Cliffs ohnehin wieder durchfahren.

Heiligabend

17 Jan

Unter der Motorhaube können wir nichts außergewöhnliches erkennen, Öl und Wasser sind vorhanden, es wird also am mangelnden Tempo bei der australischen Hitze liegen. Als wir die Haube schließen, gibt auch noch der Entriegelungsmechanismus den Geist auf. Falls doch was am Motor ist, können wir ohne weiteres nicht mehr dran. Wir beschließen trotzdem erstmal weiterzufahren, und hoffen dass die Straße besser wird.
Ein Stück weiter wird aus Schotter wieder Lehm, und wir sollten jetzt eigentlich flott vorankommen, was unserem Motor sher entgegen käme. Dummerweise ist aber irgend ein Knilch auf nassem Bodem gefahren, und hat tiefe Spuren hinterlassen. Alle 100 Meter ist er wohl steckengeblieben, und hat Lehmhaufen hinterlassen die jetzt wieder trocken geworden sind. Aus diesem Grund werden diese Straßen bei Regen gesperrt, aber da halten sich wohl nicht alle dran…
So geht es auch nur langsam weiter, und da wir das dem Motor nicht zumuten wollen, drehen wir schweren Herzens um. Damit ist die gesamte Fahrt hierher für die Katz gewesen, denn von hier nach Broken Hill ist es ebensoweit wie von Bourke aus.

"Ordentliche" Dirt Road (Louth-Cobar)

Australische Routen: In 446km rechts abbiegen


Von Louth fahren wir nach Süden, um in Cobar auf den Highway zu stoßen. 65km davon sind ebenfalls Dirt Road, aber wenigstens gut befahrbar. In Cobar tanken wir auf, und Greg schafft es auch den Entriegelungsmechanismus mit Hilfe einer Zange zu überlisten.
Von Cobar aus sind wir dann wieder auf dem Highway, und auch hier sind nur wenig Autos unterwegs. Zügig erreichen wir Wilcannia, und wir überlegen eventuell hier zu übernachten. Nachdem wir uns den örtlichen Campingplatz angesehen haben, fahren wir aber doch lieber weiter.
Hinter Wilcannia machen wir auf Netallie Hill Rast, und genießen die Aussicht im letzten Tageslicht, sowie unser (wenig festliches) Abendessen.

Rundumsicht von Netallie Hill


Der einzige Standort, von wo das Toilettenhäuschen nicht im Bild ist

Danach geht es im Dunkeln weiter, aber zwischen Wilcannia und Broken Hill ist ohnehin Nichts. Das heißt aber auch, dass wir weitab vom störenden Licht von Städten, und sogar ohne ein anderes Auto auf der Straße, den Himmel betrachten können. Nicht einmal der Mond ist bis jetzt aufgegangen. Wir finden eine Stelle, wo wir neben der Straße anhalten können, löschen das Licht und lassen unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnen. So kurz nach Sonnenuntergang, und bei völlig klarem Himmel kann man am ungewohnten südlichen Himmel gleich mehrere Satelliten sehen, und auch Sternschnuppen sind dabei.

Das Kreuz des Südens

Spät kommen wir in Broken Hill an (trotz ein weiteren halben Stunde Zeitverschiebung, denn obwohl Broken Hill in NSW liegt, ist es in der Zeitzone von South Australia), und suchen uns selbst einen Platz auf dem Campingplatz. Anmelden können wir uns auch morgen.

Bourke

10 Jan

Unser erstes Ziel in New South Wales war Bourke (Aussprachetipp: Vorher großzügige Mengen kohlesäurehaltige Getränke konsumieren!).

Der australische Poet Henry Lawson schrieb einst: “If you know Bourke, you know Australia !”

Naja, wir konnten im Tourist Info jedenfalls nichts finden was wir dringend sehen müssten, und haben in Aussicht auf einen Pool den nächsten Camping Platz angesteuert. Kidman’s Camp hatte deren sogar zwei, und dabei waren wir beinahe allein auf dem Platz. Ob es dort im Sommer immer so leer ist, oder ob es am vorangegangen Regen und dem anhaltenden Hochwasser im Darling lag, weiß ich nicht. Der Raddampfer “PV Jandra”, der hinter dem Campingplatz seinen Anlegeplatz hat (anscheinend üblicherweise eine der Hauptattraktionen Bourke’s) war jedenfalls nicht zu erreichen.

Straße vom Campingplatz zum Raddampfer

Einer der Pools

Mücken hatten jedoch Hochsaison, was aber zumindest die anwesenden Spinnen freute, die sogar für australische Verhältnisse enorme Größe erreichten.

Spinne im Bad. Die Münze ist 2,5cm Durchmesser!

Abends verkrochen wir uns dann vor den Mücken in Gregs Zelt, und schauten “Priscilla, Queen of the Desert”, um uns auf Broken Hill vorzubereiten, dem Ziel der folgenden Etappe (ein Teil des Films spielt dort).

Am folgenden Tag (Heiligabend) machten wir uns dann auf den Weg nach Broken Hill. Der direkteste Weg ist über eine unbefestigte Straße entlang dem Darling, die aber trotz Hochwassers trocken und frei sein sollte. Das bedeutet 300km “Dirt Road”, um dann in Wilcannia wieder auf den Highway zu stoßen.
Selbst waren wir zuvor noch nicht auf unbefestigten Straßen gewesen, wir wissen aber von den Vorbesitzern (und von der Menge roten Staubs, der es in jede Ritze des Autos geschafft hat), das dies dem Commodore zuzumuten ist. Auch wenn Moni lieber den Umweg über die Hauptstraßen in kaufen nähme, bevorzugen Greg und ich dieses Abenteuer. Bis ins 3-Häuser Dorf Louth ist die Straße auch breit und flach. Eigentlich angenehmer zu fahren als der notorisch laute australische Asphalt und im Outback Radio auf AM laufen Weihnachtslieder.

Unbefestigte Straßen werden bei nassem Wetter geschlossen.

Wir machen Staub

Mittagspause in Louth

20km hinter Louth wird die Straße plötzlich enger, und statt hartem Boden ist jetzt Schotter. Hier haben sich auch tiefe Fahrtrillen gebildet, und dazwischen ist der Schotter zu Unterboden-unfreundlicher Höhe aufgetürmt. Wir kommen nur noch viel langsamer voran, um alzu hohen Steinen ausweichen zu können. Bei wenig Tempo, und Outback Temperatur überhitzt der Commodore…

Break-Down im Outback?

Cunnamulla

5 Jan

Unterwegs machen wir in Dörfchen Bollon Mittagspause, und kommen am frühen Nachmittag in Cunnamulla an. Dort erkunden wir die Sanddünen, und abends gibt es Kängaruh vom Grill.

Bollon


Emus


Sanddünen in Cunnamulla


Giftgrüne Raupen


Schildkröte


Die Weiterfahrt nach Bourke scheint unter keinem guten Stern, als auch kurz nach Cunnamulla tiefes Wasser auf der Straße steht. 30cm Minimum sind für einen Offroader kein Problem, aber unser voll beladener Commodore liegt etwas tiefer. Zum Glück machen auch andere gerade die Durchquerung, geben uns Tipps und bieten sogar an, uns im schlimmsten Fall mit dem eigenen (geeigneten) Fahrzeug anzuschieben.

Ratschläge vor der Durchquerung


Kapitän Jan


Bugwelle


Geschafft. Bootsführerscheinprüfung bestanden.


Mit dieser Versicherung, und den Tipps im Gedanken (ruhiges Tempo beibehalten, auf keinen Fall anhalten und Drehzahl hoch halten, damit der Auspuff frei bleibt) versuchen wir es. Mit Bugwelle und schleifender Kupplung schaffen wir die Durchquerung. Danach bleibt es zum Glück trocken auf der Straße, und wir verlassen Queensland.

Zurück in New South Wales. Uhren umstellen!

St. George

5 Jan

Via Dalby geht es nach St. George. Auf dem Weg dorthin liegt das Flugzeug Museum in Oakey, was Greg und ich nicht übergehen können.

Museum of Australian Army Flying, Oakey


Richthofen Replika


Originalbespannung des Roten Barons (vermutlich)


Überflutete Straße auf dem Weg nach St. George


Weite, ebene Landschaft


In der Dämmerung erreichen wir St. George, und steuern den nächstgelegenen Campingplatz an. Kapunda Fishing Park. Während wir dorthin abbiegen, bemerken wir dass der Mond als schmale Sichel aufgeht, während er in der vorigen Nacht noch voll am Himmel gestanden hatte. Die Sichel wurde immer schmaler, bis der Mond vollständig verschwand, und später im Dunkeln wieder voller zu werden. Ohne es vorher zu wissen, konnten wir eine Mondfinsternis beobachten.

Sonnenuntergang auf einer Seite...


... spektakulär beleuchtete Wolken in der Mitte...


... und auf der anderen Seite geht der verdeckte Mond auf


Der selbe Mond, etwas später


Auf dem Campground leben halbzahme Kängarus (von Hand aufgezogene Waisen) und jede Menge Baumfrösche. Auch hier waren Überschwemmungen gewesen, und einige Zeltplätze lagen noch immer zwischen den Ufern des Flusses.

Der Fluss am (im) Campingplatz


Unser Camp, etwas höher und trocken gelegen


Eigentlich möchten wir jetzt weiter südwestlich fahren, um über Bourke nach Broken Hill, und schließlich nach Adelaide zu kommen.
Die direkte Route nach Bourke ist jedoch wegen Überflutung gesperrt, daher müssen wir erst direkt westlich nach Cunnamulla, um dann südlich nach Bourke zu kommen. Also weiter ins richtige Outback…